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Zuletzt gesehen "The Avengers"

Von MiXeR, am 07.05.2012 20:14

Ich durfte gestern das wohl genialste Marvel-Fanservice-Spektakel, seit es Comicverfilmungen gibt, erleben!

Wo soll ich da nur anfangen? Ne, diesmal tippe ich kein normales Review, sondern versuche einfach meine, noch immer ziemlich ungeordneten, Eindrücke niederzuschreiben.

Eine Tatsache zeigt die Genialität, die The Avengers vorzuweisen hat, dabei ganz besonders: Szenenapplaus! Es gab Szenenapplaus. Und das nicht zu knapp. Das habe ich in dieser Form noch nie hier im Kino erlebt. Zuletzt höchstens bei Kick-Ass. Wobei das da eher Szenenkichern, als echter Szenenapplaus war.

Dabei ist der Applaus vor allem einen zu verdanken. Dem Hulk. HEILIGE MUTTER GOTTES. So, genau SO, hat sich der Hulk zu verhalten. Keine harmlosen Actioneinlagen und ein paar Jump'n Run Momente, wie im Ang Lee Hulk, keine langatmige Betrachtung des Menschen hinter der grünen Fassade, wie in Edward Norton's Interpretation. Nein, sondern ein zurückgezogener, leicht verunsicherter Dr. Banner, der sich in eine wütende, unaufhaltbare, alles zersmashende Kampfmaschine verwandelt. Ich sage nur Hulk vs. Loki. Bester Filmmoment ever. Da hat das Kino getobt! Dagegen sind die ersten beiden Hulk-Filme der reinste Kindergeburtstag.

Noch nie wurde der grüne Koloss derart originalgetreu in einen Film transportiert. Hier hat man es das erste Mal mit genau der Figur zu tun, die man in den Comic kennen und lieben gelernt hat. The Avengers ist DER Hulk-Film. Aber nicht nur der Wüterich wurde gelungen eingefangen. Egozentriker Tony Stark ist spitzzüngig wie eh und je und haut One-Liner raus, wie der geschwollen redende, leicht verblendete Halbgott Thor Blitze. Cap ist der Schwiegermutterliebling mit Gerechtigkeitswahn ("Da sind noch Zivilisten im Gebäude! Blabla!" ), Hawkeye der rechtschaffende Söldner mit Uber-Aiming und Loki ein selbstverliebter, größenwahnsinniger Bösewicht, der sichtlich Spaß an seinen Machenschaften hat. So unterschiedlich und trotzdem harmonieren sie perfekt miteinander. Haben sie echt gut hinbekommen.

In den grandiosen Dialogen, von denen es überraschend viele gibt, merkt man auch deutlich Joss Whedon's Handschrift. Die Gespräche sind spritzig und interessant. Nicht besonders anspruchsvoll, aber herrlich pointiert. So spricht Stark beispielsweise immer genau das aus, was der Zuschauer gerade denkt. Schämt man sich gerade noch über Loki's lächerlichen Helm, kommt auch schon Iron Man um die Ecke und nennt das Kind beim Namen, indem er den Gott als Ziegenpeter bezeichnet. Oder aber er stellt eindeutig klar, dass Captain America doch eh nur ein unnützer Kerl im Kostümchen ist. Grandios. So schafft es der Film nahezu jedes Klischee zu umschiffen oder es wenigstens selbstironisch zu hinterfragen. In meinen Augen eine Meisterleistung.

Es bleibt aber nicht nur bei verbalen Auseinandersetzungen zwischen den angehenden Superhelden. Häufiger als gedacht, hauen sie sich auch untereinander auf die Fresse. Dass dabei kein Stein auf dem anderen bleibt, wenn sich ein unsterblicher Halbgott und eine unverwundbare, grüne Killermaschine ordentlich verprügeln, steht natürlich außer Frage. An dieser Stelle muss ich auch die grandiose Effekt-Arbeit erwähnen. Absolut glungene, glaubwürdige CGI und ein ~ 30 Minütiger Endkampf, der sich gewaschen hat.

Während die erste Filmstunde noch sehr dialoglastig ausfällt, die Charaktere wollen schließlich alle nochmal kurz eingeführt werden, gehts im Finale dann richtig ab. Und ja, die Reviews haben recht: Da kann ein Michael Bay einpacken. Wenn die Kamera durch die effektvoll explodierenden Straßen von New York fliegt und es dabei schafft, ohne einen einzigen Schnitt, die unterschiedlichen Helden, mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten, gekonnt, nachvollziehbar und unheimlich beeindruckend auf Zelluloid zu bannen, geht dem Comic-Fan das Herz auf. Sowas hat man noch nicht gesehen. Einerseits unbeschreiblich brachial und explosiv, andererseits aber auch clever choreographiert und mitreißend gefilmt. Die Kamera bleibt dabei verhältnismäßig ruhig und teilweise sekundenlange Einstellungen, die fast schon an Standbilder erinnern, transportieren die Comic-Ästhetik perfekt ins Medium Film. Und ich kann es nur nochmal sagen: Hulk ist dermaßen geil! Was der Gute im Finale abzieht ist echt nicht mehr feierlich. Sobald Banner sein Geheimnis preisgibt, könnt ihr euch auf was gefasst machen! EPIC!!

Ja, sogar unscheinbare und zunächst wenig originell erscheinende Figuren, wie Black Widow oder Hawkeye, wurden gut in die Action einbezogen und dürfen auch mal austeilen, ohne, dass es lächerlich wirkt. Überhaupt hat Whedon es geschafft, allen Charakteren ausreichend Screentime zu verpassen und sogar eine gewisse Entwicklung zuzulassen. Inhaltlich ist The Avengers ansonsten natürlich eher leichte Kost. Trotzdem weiß die Geschichte zu unterhalten und einige überraschende Momente, sowie das Aufsparen einiger Charaktere bzw. deren Fähigkeiten sorgen für einen gelungenen Spannugnsbogen, der von der ersten, bis zur letzten Minute mitreißt.

Oh Mann, ich bin verliebt. The Avengers ist der filmgewordene Traum jedes Comic-Liebhabers. Was aber nicht heißt, dass hier nur Kenner der Vorlagen auf ihre Kosten kommen. Dieser Film ist clever, teils unheimlich lustig, spannend und eine Action-Granate, die seinesgleichen sucht. Joss Whedon hat es geschafft und die wohl erste "echte" Comicverfilmung gedreht. Wow. Ich könnte heulen vor Freude. Einfach nur tolle, gut geschriebene und handwerklich einwandfrei umgesetzte Superhelden-Action. Und, ich kann es nicht oft genug sagen, Hulk ist der Wahnsinn!

Und jetzt ab ins Kino! Scheiß auf überteuerte 3D-Preise oder Überlängenzuschlag, The Avengers ist jeden einzelnen Cent wert. Sooo gut ...

10/10 Helden

 

Feuersturm Reloaded

Von DarkAdmiral, am 01.04.2012 15:17

Während der ruhigen Wintertagen sind den genialen Köpfen von Feuersturm.eu ganz neue Ideen gekommen, die diese einzigartige Webseite doch noch zu einem weltweit bekannten Konzern machen könnte. Nein, Spaß beiseite, wir wollen euch nur kurz über das neue Konzept, was bereits ab Mai 2012 anlaufen soll, informieren.

Geplant ist ein soziales Netzwerk aufzubauen, was sich komplett im Internet befindet. Begriffe wie Pinnwand, Timeline, Messenger klingen noch völlig absurd und neu, dennoch werden sie schon bald den Alltag eines jeden Users von Feuersturm prägen. Das Finanzierungskonzept ist simpel aber genial. Durch angepasste Werbung, perfekt zugeschnitten auf jeden Benutzer werden sich jede Menge Firmen finden, die ihre Werbung auf Feuersturm geschaltet sehen wollen.

Auf die Frage, ob dieses Konzept nicht schon jetzt von der Konkurrenz aufgegriffen werden könnte, antwortet der verantwortliche Feuersturm Admin: "Ich denke wir werden auch in Zukunft viel Spaß haben, und wie sagte einst Andi Möller... egal ob Mailand oder Madrid, hauptsache Italien!!!".

 

Zuletzt gesehen "Der Große Crash"

Von MiXeR, am 11.03.2012 16:31



Der Große Crash ist ein hochspannender, kühler und fast schon beängstigender Finanz-Thriller, welcher den Stein betrachtet, der die weltweite Finanzkriese 2008 ins Rollen brachte.

Diese unheimlich interessante Geschichte, welche unsere Welt nachhaltig veränderte, spielt in einem überschaubaren Zeitrahmen von 24 Stunden und sorgt so für Spannung wie man sie sonst nur aus Action-Thrillern kennt. Das unvorstellbare Handeln der Beteiligten wurde dabei souverän inszeniert und mit brillanten Dialogen, sowie allerlei Insiderinformationen gespickt. Obwohl es hier zeitweise überaus wissenschaftlich zur Sache geht und mit Fachbegriffen nur so um sich geworfen wird, schafft es Der Große Crash dennoch sein anspruchsvolles Thema verständlich und in gewisser Weise auch unterhaltsam rüberzubringen.

Zur hohen Intensität des Films tragen sicherlich auch die Schauspieler einen großen Teil bei. Dafür, dass es sich hier um Regisseur JC Chandor's erstes Werk handelt, welches er zudem mit lediglich 3,5 Millionen Dollar umgesetzt hat, besticht der Thriller mit einem hochkarätigen Cast, von dem so mancher Blockbuster nur träumen darf. So gibt es hier u.a. Stanley Tucci, Zachary Quinto, Paul Bettany, Kevin Spacey und Jeremy Irons in vielschichtigen, glaubwürdigen Rollen zu bewundern, die auch ihrem Ruf entsprechend spielen. Nämlich absolut grandios, glaubhaft und emotional packend. Selten erlebt man derart viele und gut aufgelegte Darsteller zusammen in einem Film. Nur Demi Moore kann da nicht mithalten und lässt sich von ihren männlichen Kollegen die Show stehlen.

Der große Crash - Margin Call ist großes Dialog-Kino. Ein Finanz-Kammerspiel, das die erschreckenden Vorgänge in einer New Yorker Investmentfirma beleuchtet, die 2008 zum Crash geführt haben. Differenziert, mitreißend und überraschend ehrlich erzählt. Hier wird nichts schöngeredet oder "verhollywurstet" und glücklicherweise auf alle ablenkenden Aspekte (Liebesgeschichten, Happy End, etc.) verzichtet. Umgesetzt von grandiosen Schauspielern und in grundsolide Bilder verpackt. Das ist hochgradig spannend, informativ und charismatisch. Ein Film, der mit anderen Genrevertretern (etwa Wall Street 2) den Boden aufwischt und dabei noch auf der brisanten Realität beruht. Uneinschränkt empfehlenswert.

Sogar mein Vater, einer von der Sorte Hollywood-Muffel und Phoenix-Zuschauer , war sehr angetan.

8/10 Finanzpapiere

 

Zuletzt gesehen "Cowboys & Aliens"

Von MiXeR, am 03.03.2012 19:14

Erwartet habe ich einen locker-leichten Unterhaltungsfilm, ähnlich Fluch der Karibik, nur im Wilden Westen und mit Aliens anstatt verfluchter Piraten. Vorgesetzt wurde mir jedoch ein überraschend ernster, lupenreiner Western mit großem Sci-Fi-Einschlag.

So fühlt sich die erste Stunde, bis auf vereinzelte Alien-Appetithäppchen, wie ein stinknormaler Western an. Da ist der emotionslose Fremde ohne Name (Daniel Craig), der gutmütige Klischee-Priester (Clancy Brown), der Sheriff (Keith Carradine), die mysteriöse Dame (Olivia Wilde), der waffenunerfahrene Doktor (Sam Rockwell), der verfeindete Indianerstamm und natürlich der gemeine Bösewicht (Harrison Ford) inkl. Großmaul-Sohn (Paul Dano) und Gauner-Trupp (u.a. Walton Goggins aus Justified). Zudem überzeugt die staubige Western-Atmosphäre, die Schauspieler machen einen hervorragenden Job und die lockeren Sprüche und hitzigen Schlägereien sind handwerklich einwandfrei umgesetzt.

Bis dahin ist Cowboys & Aliens zwar gut, aber wenig originell, wären da nicht nie namensgebenden Aliens, die in der ersten Filmhälfte immer mal wieder geteasert werden und in der letzten Stunde dann sogar mächtig auf die Pferdekacke hauen. Aus dem stimmigen Western wird so im Verlauf ein waschechter Sci-Fi-Abenteuer-Kracher, der sich jedoch, anders als der Titel vermuten lässt, überaus ernst nimmt. So gibt es hier relativ wenig zu lachen und im Finale fliegen dann sogar schonmal Körperteile bzw. Menschen zerplatzen, ganz im Stile von District 9, in einer roten Blutwolke.
Obwohl es zwischenzeitlich immer mal wieder Momente gibt, in denen ein wenig Augenzwinkern angebracht gewesen wäre (beispielsweise der Feuer-Zauber-Olivia Wilde-(fast)-oben-ohne-Szene), kann die verhältnismäßig trockene Umsetzung überraschend gut unterhalten. So fallen, trotz ernster Erzählweise, weder bescheuerte Indianer-Erinnerungs-Zaubertränke, noch Bergbau-Aliens wirklich negativ auf. Nahezu alles wirkt gut überlegt und wie aus einem Guss. Wobei es sich natürlich immernoch um einen Fantasy-Streifen handelt und man daher nicht jede Aktion hinterfragen sollte. Auch erschließt sich mir Olivia Wildes Rolle nicht wirklich. Im Endeffekt war sie nur eine Art Beobachter und hat, außer einiger ungeklärter Fragen, nichts zum Film beigetragen. Scheint so als hätte den Autoren am Ende einfach noch ein Love interest gefeht, das dann flott, irgendwie unpassend und oberflächlich, in das Handlungsgewebe eingearbeitet wurde.

Insgesamt wurde ich von Cowboys & Aliens sehr gut unterhalten. Die Story ist erfrischend, wenn auch vorhersehbar, die Umsetzung stimmt und sowohl schauspiel-, als auch tricktechnisch kann sich das Abenteuer sehen lassen. Etwas mehr Selbstironie hätte es bei einem solchen Thema dann aber doch sein dürfen und über einige kleine Längen kann auch das actionreiche Finale (welches zeitweise sogar an Prey erinnerte) nicht hinwegtäuschen.

Mit Jon Favreau-Fanbonus gibts somit gerade noch 7/10 Schaufelraddampfer

 
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