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Knapp zwei Wochen befindet sich das nunmehr sechste Studioalbum der schnellen Finnen in meinem Besitz. In dieser Zeit drehte die schön designte Platte in meiner Stereo-Anlage ihre unzähligen Runden. Und das ist auch notwendig, denn "The Days of Grays" ist ein zäher Brocken! Eines vorweg, "The Days of Grays" ist kein "Reckoning Night", kein "Silence" und schon mal gar kein "Ecliptica". Allerdings ist es auch kein "Unia"! Es befindet sich irgendwo zwischen alledem und doch irgendwie woanders.
Stück 1: Everything Fades To Gray (Instrumental Version) Eingeleitet wird das gut 65 minütige Stück mit der Instrumentalversion von "Everything Fades To Gray", welches als "Full Version" das Album auch beendet (wenn man mal von dem Bonussong "In The Dark" absieht). Hierbei muss ich gestehen, dass ich die Instrumentalversion sogar einen Ticken besser finde als die "Vollversion". Sehr ruhig, mit einem Hauch Mysteriösem. Besonders gut gefällt mir dabei das langsame Pianospiel. Ein schöner Opener! Stück 2: Deathaura Danach wird es direkt sehr brachialisch! "Deathaura" fängt dort an, wo "Unia" aufgehört hat. Nichts ist mit dem typischen Strophe-Refrain-Strophe-Einheitsbrei der Popkultur. "Deathaura" ist so was von verworren und geschlängelt, dass es einige Zeit braucht, um das volle Ausmaß des 8minütigen(!!) Duetts auszumachen. Denn in Deatchaura leistet sich Tony Kakko erstmals(?) ein leichtes Passspiel mit einer weiblichen Sängerin (Johanna Kurkela). Deathaura ist sogar so komplex, dass es in mehrere "Kapitel" aufgeteilt ist, von denen mir einige gut, andere sehr gut und auch einige überhaupt nicht gefallen wollen. Und das ist auch die Schwachstelle dieses Liedes und auch des gesamten Albums. Es wirkt teilweise einfach sehr überladen. Es ist schön zu sehen, dass man mehr kann, als das typische 08/15-Muster abzuspielen, aber es macht es gerade für Neueinsteiger sehr schwer, dieser Musik etwas abgewinnen zu können. Ich finde ein bisschen mehr Strophe-Refrain-Strope-Einheitsbrei hätte der Platte gut getan! Stück 3: The Last Amazing Grays Danach wird es dann doch wieder ein wenig angenehmer, nachdem Deathaura dem Zuhörer einiges an Geduld und Konzentration abverlangt hatte. "The Days of Grays" ist auf keinenfall ein Album, dass man "einfach mal nebenbei" hören kann. Man muss sich schon gezielt damit auseinander setzen, ansonsten wird man nämlich nicht warm mit dem Album. Das dritte Stück ist "The Last Amazing Grays" und lässt einige gute, alte Tugen der finnischen Jungs aufblitzen. Es ist wieder etwas "weicher", während Deathaura und Unia sehr "hart" waren. Gefällt mir persönlich ganz gut, auch wenns vielleicht teilweise ein wenig zu weich ist. Stück 4: Flag In The Ground http://www.youtube.com/watch?v=kObI4XuTR2o Als viertes Stück und womöglich auch besonderes Schmankerl "rennt" nun "Flag In The Ground" ganze vier Minuten aus den Lautsprechern. "Rennt" deswegen, weil gerade das Stück erkennen lässt, was Sonata Arctica so großartig gemacht hat. Kompromisslosen Power Metal! Auch wenn es besonders zu Anfang Unia'sche Züge zeigt ist es mein absolutes Lieblingsstück auf dem Album. Mir bleibt einfach nichts anderes übrig als die Anlage lauter zu drehen, wenn es ertönt. Es lässt mich nicht ruhig sitzen! Ein wunderbares Stück!!! Stück 5: Breathing Und danach? Tja, danach kommt "Breathing". Die Ballade des Albums. Ein schönes Stück, kommt aber meines Erachtens nicht an die Genialität eines "Tallulah" oder "Shamandalie" heran. Das Gitarrensolo mag ich aber trotzdem. Stück 6: Zeroes Mit "Zeroes", dem sechsten Lied sind wir dann bei der Hälfte angekommen. "Zeroes" erinnert dabei wieder sehr stark an Unia. Und dort besonders an dem Bonussong "To Create A Warlike Feel". Die Thematik ist auch ähnlich. Welche das ist, lässt sich dem Titel des Uniasongs eventuell entnehmen. Mir gefällt das Stück recht gut, auch weil "To Create A Warlike Feel" eines meiner Lieblingslieder auf der Unia-Scheibe war. Stück 7 und 8: The Dead Skin und Juliet Danach beginnt die zweite Hälfte des Albums, die ich aber, wie ich zugeben muss, immer noch nicht vollkommen durchdrungen habe. Während sich die ersten Sechs noch gut älteren Stücken zuordnen ließen, gehen die kommenden einen eigensinnigeren Weg. Was nicht heißt, dass sie schlecht sind. Nur wird wahrscheinlich jeder hier, der das liest und sich die Lieder daraufhin anhört aber genau das denken. Dachte ich zugegebener Maßen auch am Anfang. Wie schon gesagt, ist "The Days of Grays" ziemlich schwer zu durchdringen. Ich würde fast behaupten, es ist anspruchsvoll. Titel 7 und 8 ("The Dead Skin" und "Juliet" ) machen dabei zwar eine gute Figur, aufgrund des fehlenden Schema F's schaffen sie es aber nicht so wirklich, sich in mein Lang- und auch Kurzzeitgedächtnis einzuprägen. Stück 9: No Dream Can Heal A Broken Heart "No Dream Can Heal A Broken Heart" gelingt dies erstaunlicherweise besser. Dieses Lied wird ebenfalls von Johanna Kurkela unterstützt und obwohl es ähnlich der beiden Vorigen ist, gefällt es mir persönlich ein klein wenig besser. Hat teilweise was von alten Sonata-Sounds. Stück 10: As If The World Wasn't Ending Ganz im Gegensatz zu Track 10. "As If The World Wasn't Ending". Ähnlich ruhig wie "Breathing" kommt es meines Erachtens aber nicht an dessen Intensität heran. Mir persönlich gefällt das Lied nicht und es ist wahrscheinlich auch das einzige, wo ich bewusst weiterschalte. Das hört sich jetzt vielleicht etwas seltsam an, aber es macht auf mich irgendwie einen viel zu depressiven Eindruck. Dies mag eventuell daran liegen, dass Tony Kakko das ganze Lied über auf der gleichen, ich würde schon fast sagen, monotonen Tonlage bleibt, ohne einmal merklich seine Stimme zu erheben und ein wenig "Hoffnung" zu versprühen. Es ist jedenfalls nicht so mein Fall. Man hat irgendwie das Gefühl am Ende des Liedes springt er von der Brücke! Stück 11 und 13: The Truth Is Out There und In The Dark "The Truth Is Out There" gefällt mir hingegen schon wieder was besser. Aber irgendwie merkt man den "neuen", eigenen Stil schon an. Genauso wie bei den vorherigen und auch bei dem Bonustrack "In The Dark".
FAZIT: Abschließend muss ich sagen, dass ich den neuen Stil der Band nicht schlecht finde, richtig warm geworden bin ich damit aber noch nicht. Die musikalische Leistung, denn die Band da hinlegt ist grandios, das muss man ohne Zweifel anerkennen. Sie verstehen ihr Fach! Allerdings ist es wirklich harte Kost, das Einsteigen ist schwer und man gewöhnt sich nur langsam daran. Ich würde mir mehr Songs wie "Flag In The Ground" (einfach wunderbar!) wünschen, die dem alten Handwerk der Band entsprechen, welches der Grund war, warum sie eine meiner Lieblingsbands geworden sind. "The Days of Grays" ist keineswegs schlecht. Es ist auch dieses Mal wieder ein Meisterwerk und einige Künstler könnten sich an dieser musikalischen Leistung eine Scheibe abschneiden. Es ist aber auch ziemlich schwer zu diesem Album vorzudringen. Es bleibt etwas für Liebhaber. Ich mag es dennoch!
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