|
Starke Staffel einer wirklich gelungenen Serie. Die erste Staffelhälfte war schon gut, jedoch bestand noch keine übermäßig große Verbindung zwischen den Einzelfällen. Was J.J. Abrams in den letzten Episoden aber für ein Storynetz gefertigt hat ist unbeschreiblich. Wenn am Ende ganze 5 oder 6 Handlungsstränge zusammenlaufen und in einer verblüffenden Wendung nach der anderen enden, kann ich es einfach nur "Mindfuck" nennen. Ich kann mir nicht helfen, aber in meinen Augen macht Abrams einfach die besten Serien. "Alias" steht, nach der ersten Staffel, tatsächlich auf einer Stufe mit "Lost" und "Fringe". Bei diesen ist die Handlung vielleicht noch etwas "überraschender", da sie sich auf übernatürlichen Phänomene stützt und "Alias" dagegen dann doch etwas "fassbarer" daherkommt. Das Spannungslevel ist jedoch auf ähnlich hohem Niveau und sorgt in den finalen Folgen für Herzrasen, um einen in den letzten Sekunden dann endgültig K.O. zu schlagen. Zwischen den ganzen Spannungshöhepunkten vergisst "Alias" aber nicht auch mal für simple, stressfreie Unterhaltung zu sorgen. So sind die Charaktere angenehm "menschlich" gezeichnet, was immer wieder zu überraschend witzigen und charmanten Momenten führt. Dabei sind die Figuren bis in die kleinste Nebenrolle grandios besetzt und tragen ihren Teil zum Gesamtwerk bei. So freue ich mich beispielsweise immer wieder wenn Marshall den Raum betritt und auf seine unsichere, aber dafür um so sympathischere Art und Weise die Ausrüstung vorstellt. Spektakuläre Gastauftritte, wie zum Beispiel Quentin Tarantino, setzen dem eh schon hervorragenden Cast dann noch das Sahnehäubchen auf. Über die Inszenierung brauche ich bei einer J.J. Abrams Produktion eigentlich garkeine Worte mehr zu verlieren. Hier passt einfach alles. Handgemacht, harte Action, eine verhältnismäßig realistische Umsetzung und ein stimmiger Soundtrack - handwerklich einfach einwandfrei. Season 1 ist sexy, clever, witzig, actionreich, dramatisch und immer wieder für eine Überraschung gut. Ich weiß wirklich nicht wie J.J. Abrams das immer hinbekommt, aber seine Serien sind nahezu perfekt und bieten Stories, die einem regelmäßig Schweißperlen auf die Stirn treiben und die Hirnwindungen verknoten. Auch "Alias" ist da keine Ausnahme und besticht durch eine ausgearbeitete Handlung, gut aufgelegte Darsteller und einen sehr hohen Suchtfaktor, der nicht zuletzt den gemeinen Cliffhangern entspringt, die es am Ende jeder einzelnen (!) Episode zu bestaunen gibt. Wenn man auch nur annähernd etwas mit Agenten-Thrillern anfangen kann, muss man "Alias" schauen. Da Season 2 tatsächlich noch besser sein soll, muss ich mir noch ein wenig Luft nach oben lassen. Aus diesem Grund und weil die Handlung erst ein paar Folgen braucht, um wirklich in Fahrt zu kommen bzw. sich zwischenzeitlich ein wenig auf der Stelle bewegt, ziehe ich einen Punkt ab und vergebe starke 9/10 
|